Mobiles Bedienen

GROB Bearbeitungszentren für die Industrie 4.0

Die Digitalisierung in der fertigenden Industrie schreitet immer mehr voran. Eine wichtige Voraussetzung für alle Industrie-4.0-Konzepte ist eine durchgängige Kommunikation von der ERP-Ebene bis zur Maschine in der Fertigung. Die GROB-WERKE haben daher die Bedienphilosophie ihrer Bearbeitungszentren mit den Tools ihres GROB-NET4Industry ausgebaut. In Zusammenarbeit mit Schubert System Elektronik hat GROB im Rahmen dieser Initiative ein neues Bedienpanel entwickelt – das GROB4Pilot.

Der Werkzeugmaschinenhersteller GROB gilt als Spezialist für komplexe Fertigungssyteme, in denen Bearbeitungszentren und Montageeinrichtungen für die Produktion von Motoren, Getrieben und anderen Fahrzeugkomponenten komplett automatisiert zusammenarbeiten.

Neben diesen Systemen für die Automobilindustrie liefert das global operierenden Familienunternehmen mit seinen über 6.000 Mitarbeitern, auch universell einsetzbare 5-Achs-Universal-Bearbeitungszentren für verschiedenste Branchen.

GROB erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von rund 1,3 Mrd. Euro und produziert an seinem Stammsitz in Mindelheim und in drei Werken in Brasilien, in China und in den USA.

 

Digitalisierung in der Fertigung

Nach Ansicht von Experten lassen sich mit der Umsetzung von Industrie-4.0-Konzepten je nach Branche Produktivitätssteigerungen von bis zu 30 % realisieren. Während in der Automobilindustrie die Vernetzung und Digitalisierung schon weit fortgeschritten ist, sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) gerade dabei, geeignete Prozesse zu implementieren.

Um die Digitalisierung zu vereinfachen, hat GROB das System GROB-NET4Industry initiiert, das zahlreiche Tools zur Verfügung stellt, die die Produktivität steigern können. „Wir haben beobachtet, dass viele unserer KMU-Kunden sehr leistungsfähige Universalmaschinen bei uns kaufen, diese dann aber nicht optimal auslasten können“, stellt Markus Frank fest, der bei GROB als Produktmanager für den Bereich GROB-NET4Industry zuständig ist. Nach seiner Erfahrung fehlt es bei vielen Unternehmen an der Umsetzung von integrierten Prozessen: „Der Workflow, die Überprüfung und Freigabe von NC-Programmen oder die Anbindung an ein ERP-System sind in vielen Fällen nicht digital.“

Ein typisches Beispiel sind Unternehmen, deren Bearbeitungszentren zwar im Dreischicht-Betrieb laufen, in denen aber nur in den ersten beiden Schichten qualifizierte Mitarbeiter für die NC-Programmierung tätig sind. Wird dann in der Nachtschicht auf eine neue Serie umgestellt, kann es sehr lange dauern, bis das erste Bauteil der Serie produziert wird.

GROB-NET4Industry verbessert die werksübergreifende Transparenz innerhalb der Produktionsprozesse. Die Kunden können die verschiedenen Module gemäß ihrer jeweiligen Anforderungen kombinieren und so die Vernetzung und Digitalisierung in der Produktion vorantreiben. Eine papierlose Kommunikation sorgt dabei für eine höhere Produktivität. Ein Beispiel ist das Modul GROB4Connect, das eine nahtlose Anbindung an ERP-Systeme möglich macht. Für diese Lösung wurde das Unternehmen 2015 mit dem Intec-Preis ausgezeichnet. Aktuell besteht GROB-NET4Industry aus zehn Modulen, die der Kunde auch als On-Premise-Software auf eigenen Systemen installieren kann. Alternativ bietet GROB mit dem GROB4Portal auch eine eigene Cloud-Lösung an. „Alle Software-Module setzen wir auch für unsere eigene Produktion in Mindelheim ein“. Dies nennt Markus Frank als einen wesentlichen Unterschied zu Lösungen des Wettbewerbs: „Wir entwickeln alle Tools so, dass sie auch praktikabel sind.“

Das passende Bedienkonzept an der Maschine

„Wir wollen dem Kunden eine Lösung bieten, die die Auslastung seiner Maschine steigern kann“, betont Markus Frank. Dazu gehört zusätzlich zu den Software-Tools auch eine passende Hardware-Plattform. Zusammen mit Schubert System Elektronik hat GROB deswegen ein neues Bedienpanel entwickelt. Die Bedienung der Bearbeitungszentren erfolgte bisher mit Standard-Komponenten der NC-Steuerungshersteller. „Mit diesen klassischen Bedienoberflächen von CNC-Maschinen ist die Integration in übergeordnete IT-Systeme allerdings schwierig und die Möglichkeiten der Individualisierung sind beschränkt“, nennt der Produktmanager wichtige Gründe dafür, dass GROB auf eine Eigenentwicklung setzt. Erschwerend kommt hinzu, dass die verschiedenen Steuerungshersteller unterschiedliche Systeme verwenden, sodass einzelne Module mehrfach entwickelt werden müssen. Das neue Bedienpanel, GROB4Pilot, basiert auf einem lüfterlosen Panel-PC mit 24“-Touch-Display.

Das Framework von Schubert System Elektronik, das auf dem Panel-PC läuft, ermöglicht es, verschiedene Applikationen gleichzeitig darzustellen. Die Oberfläche der NC-Steuerung läuft in einem Fenster, das Look and Feel und die Bedienung bleiben dabei exakt gleich, sodass Bediener sich nicht umstellen müssen. Auf dem großen Touch-Display ist viel Platz für zusätzliche Fenster mit anderen Applikationen, wobei die Benutzeroberfläche individuell anpassbar ist. Die Applikationen – Tools aus dem GROB-NET4Industry Softwarepaket– können parallel zur Maschinenbedienung verwendet werden. CAD/CAM-Applikationen, ein 3D-Bauteil-Viewer oder eine Werkzeugverwaltung laufen genauso, wie der Zugriff auf das GROB4Portal oder auf ERP-, PLM- und MES-Systeme. Auch das Videobild einer Arbeitsraumkamera kann in einem separaten Fenster eingeblendet werden.

Anwenderorientierte Features

Bei der gemeinsamen Entwicklung profitierte GROB von dem Hardware- und Software-Know-how von Schubert System Elektronik. Das große Display im 16:9-Format hat eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel und ermöglicht eine Multitouchbedienung. Neben dem Display sind im GROB4Pilot noch verschiedene weitere Bedienelemente vorhanden. Die Haptik der optimierten Tastatur ist durchaus mit einer Bürotastatur vergleichbar. Allerdings erfüllt sie, wie das gesamte Bedienpanel, die Schutzart IP54 und verfügt über „Sondertasten“. Neben einem Trackball gibt es zum Beispiel eine 3D-Spacemaus, mit der sich CAD/CAM-Programme wie gewohnt bedienen lassen sowie ja nach Funktion, individuell beleuchtete Tasten. „Damit können wir die Benutzerführung verbessern“, erklärt Markus Frank: „Nur die Tasten, die in der aktuellen Situation verwendet werden können, sind auch beleuchtet.“ Fehlbedienungen werden so vermieden, und das zeitraubende Suchen nach der richtigen Taste entfällt.

 

Bei der Entwicklung hat GROB besonderen Wert darauf gelegt, dass alle Bedienelemente dort platziert sind, wo sie nach Meinung der Bediener hingehören. Das flexible System lässt auch eine Anpassung an die Bedienung durch Links- oder Rechtshänder zu. Das GROB4Pilot hat zwei USB-Schnittstellen, von denen eine für das Einlesen von Daten vorgesehen ist. „Die zweite USB-Schnittstelle dient der Benutzerauthentifizierung“, erklärt Markus Frank: „Damit können verschiedene Berechtigungsstufen bei der Maschinenbedienung verwaltet werden.“ Beispielsweise lässt sich die Änderung von NC-Programmen auf einen Benutzerkreis mit der entsprechenden Qualifikation beschränken. „Insgesamt“, so der Produktmanager, „können wir mit dem neuen Bedienpanel die Usability so gestalten, wie sie sich der Bediener der Maschine vorstellt.“ Das neue Bedienpanel ermöglicht es, verschiedene Funktionalitäten parallel zu erledigen. Im Ergebnis wird die Bedienung der Maschine beschleunigt und die Produktivität erhöht.

"Mit Schubert System Elektronik steht ein Partner zur Verfügung, der alles aus einer Hand liefern und ein solches Projekt in einem engen Zeitrahmen realisieren kann. Die Umsetzung ging für ein Projekt dieser Komplexität sehr schnell."

Markus Frank, Produktmanager für den Bereich GROB-NET4Industry

More Trend & News

Automatisierung

In the newly established Software Lab, competence in the area of system software in particular will be further expanded.

Read more

Industrie 4.0

Within the modular range of the product brand “Prime Cube”, Schubert System Elektronik (SSE) develops and produces computer products and systems for industrial interaction. Parametrizable multi-touch panel PCs and the extendable “Prime Box Pico” allow for individual applications for the IIoT.

Read more

Industrie 4.0

Schubert System Elektronik develops an operating panel for the machine tool industry in an innovative housing made entirely of the fiber composite material carbon.

Read more

Industrie 4.0

Wird nur wenig Rechenleistung benötigt, ist meist auch der verfügbare Platz im Schaltschrank sehr begrenzt. Die Prime Box Pico von Prime Cube® fügt sich dank ihrer sehr kompakten Bauform in die kleinste Lücke ein und überzeugt zugleich durch hohe Konnektivität. Sie ist Teil des neuen modularen Baukastens.

Read more

Management

Since 1 April 2020, the experienced strategist Marcus Finkbeiner leads the sales team of the product brand Prime Cube® by Schubert System Elektronik.

Read more

Industrie 4.0

Bei wachsender Vernetzung im IIoT ist die passende Security entscheidend, um die Prozesse entlang der Wertschöpfungskette abzusichern. Darüber spricht Marcus Finkbeiner, Vertriebsleitung Prime Cube®, mit dem Fachmagazin Computer & Automation.

Read more

Modularität

Prime Cube is developing alongside Customized in the direction of standard solutions for industrial computer systems to meet changing market needs. Matthias Klein discusses this and how Schubert System Elektronik is positioning itself for the future with Inge Hübner from open automation.

Read more

Industrie 4.0

More and more data, real-time and security are demanding industrial companies in the IIoT from the sensor to the cloud. Many SMEs from mechanical or plant engineering are uncertain and reference to the right system solution.

Read more

Industrie 4.0

In 2020, Schubert System Elektronik has put its own pad-printer of the trade mark "TAMPOPRINT" – the inventor and market leader of the pad-printing procedure – into operation. In this way it is possible to realize large production runs – and allows us to meet customer demands in a quick, effective and flexible way.

Read more

Modularität

If only a small amount of computing power is required, the available space in the control cabinet is usually also limited. The solution: Prime Box Pico, one of the smallest box PCs in the world.

Read more

Industrie 4.0

Operator panels can usefully supplement the functions of touch panels by enabling latency-free and safe machine control. The Industrial Ethernet-capable MCI (Machine Control Interface) from Prime Cube® is a flexibly configurable operating unit for integration into HMI terminals.

Read more

Mobiles Bedienen

The reliable sensor and monitoring systems from BK Mikro® guarantee the safe control of production processes. The globally established product brand of Schubert System Elektronik GmbH celebrates its 40th anniversary in 2020.

Read more

Mobiles Bedienen

Trends from the consumer environment are increasingly finding their way into industry, as users no longer want to miss out on the convenience they are accustomed to. Schubert System Elektronik develops design studies for mobile display and operating units for the industrial environment for Prime Cube®.

Read more

Food & Beverage

Höchster Schutz für Industriecomputer: In industriellen Anwendungen müssen elektronische Geräte über viele Jahre besonderen Umwelteinflüssen standhalten. Gerade die höchstmöglichen Schutzarten IP69 und IP69k werden meist nicht trennscharf verwendet.

Read more

Industrie 4.0

The intelligent management of complex data is the biggest challenge in IIoT.

Read more